Wie marktgerecht ist Ihre Kreditkondition ? ... IKF-Zinsmonitor !

 Methode und Ergebnis


Ein seriöser Kennzahlenvergleich erfordert eine einheitliche Methode der Kennzahlenermittlung – das gilt auch für die Ermittlung der Vergleichszahlen im Zinsmonitor:


Vergleichsgrundlage

Ein direkter Vergleich der vertraglich vereinbarten nominalen Kreditzinsätze liefert keine verwertbare Aussage, da dieser von der Kreditlaufzeit, der Tilgungsstruktur und insbesondere der dem Angebot zugrundeliegenden tagesaktuellen Zinsmarktsituation abhängig ist. Der Zinsmarkt wiederum ist erheblichen Schwankungen unterworfen und weder vom Gläubiger noch der Kommune manipulierbar (Exemplarisch 10-Jahres-Swapsatz):

Um eine sinnvolle Vergleichsbasis zu schaffen, muss man sich zunächst anschauen, wie ein Nominalzins zustande kommt:

     „Markteinstandszins“ (minutenaktueller Swap-Zins) 
+   „Spread“ (individueller Aufschlag des Gläubigers)
=> Nominalzins im Kreditvertrag

Der Gläubiger (Bank, Versicherung, ...) hat keinen Einfluss auf den Markteinstandszins <=> der Spread wird allein von dem Gläubiger bestimmt. Folglich ist der Spread eine vom tagesaktuellen Zinsmarkt unabhängige Vergleichsbasis.


Markteinstandszins

Ermittlungsgrundlage ist die jeweils bei Kreditabschluss tagesaktuelle „Swap-Kurve“, die von 1-30 Jahren einen jeweils laufzeitspezifischen Swap-Satz bereitstellt (Swap-Kurve Aug. 2018)

Auch wenn die Swap-Kurve nicht zwangsläufig der individuellen Refinanzierungsbasis des Gläubigers entspricht, so ist diese doch eine allgemein anerkannte Vergleichsbasis. Entscheidend ist die richtige Berechnung des Markteinstandszinssates:

  • Endfälliger Kredit
    Hat man einen Kredit, der in einer Summe am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird (z.B. Liquiditätskredit), so kann man den laufzeitspezifischen Swap-Einstand im Prinzip 1:1 aus der Swap-Kurve übernehmen. 
  • Kredit mit ratierlicher- oder Annuitätentilgung
    Diesen Kredit muss man gedanklich und rechnerisch in Laufzeitbänder unterteilen: Für den Anteil des Kredites, der im ersten Jahr getilgt wird, gilt der 1-Jahres-Swap-Zins; für den Anteil des Kredites der im zweiten Jahr getilgt wird, gilt der 2-Jahres-Swap-Zins; usw.. Über eine komplexe finanzmathematische Formel wird unter Berücksichtigung von Tilgung, Laufzeit, Abzinsung und Barwerten ein gewichteter Mittelwert als einheitlicher Swap-Einstandszins aus den einzelnen laufzeitbandbezogenen Zinssätzen ermittelt.
    (Diese Methode wird leider oft nicht berücksichtig, indem man z.B. für einen Kredit mit einer 10-jährigen Zinsbindung und einer laufenden Tilgung einfach den 10-Jahres-Swap als Einstand übernimmt. Da der richtige, laufzeitgewichtet Einstandszins jedoch niedriger ist, ergibt sich bei diesem Nachrechnen der falsche Eindruck eines hohen Markteinstandszins <=> günstigen Spreads)


Spread - die Vergleichsbasis

Der Spread wird von dem anbietenden Gläubiger (Bank, Versicherung, ...) bestimmt und i.d.R. nicht offen gelegt. Daher muss man den Spread über den Marktzins aus dem Nominalzins - wie oben beschrieben - heraus rechnen. Die wesentlichen Bestimmungsgrößen für den Spread sind insbesondere die Bonität des Kreditnehmers und die Laufzeit des Kredites. Darüber hinaus können auch die Kredithöhe, Abrechnungszeitpunkte, Tilgungsart (Annuität, Ratenkredit), Verwendung der Mittel und viele weitere Faktoren Einfluss auf die Spread-Kalkulation des Gläubigers haben.
Über den Vergleich kann man die 'Marktgerechtigkeit' des Spreads und mithin der Kreditkondition - unabhängig von täglichen Marktschwankungen - für sich bewerten (exemplarische Spread-Statistik):

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme !